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    Übersicht

    EEG-Umlage und Netzentgelte steigen. Warum Energieversorger jetzt die Weichen für die Zukunft stellen sollten.

    Die EEG-Umlage wurde im Jahr 2000 eingeführt und gleicht die Differenz zwischen Börsenstrompreis und EEG-Vergütungssätzen aus. Sie betrug anfangs 0,19 Cent pro Kilowattstunde und ist seitdem vor allem seit 2009 rasant gestiegen. 2016 lag sie bereits bei 6,35 Cent pro Kilowattstunde und wird nächstes Jahr um weitere 8,3 Prozent steigen. Das ließen die deutschen Übertragungsnetzbetreiber am 14. Oktober offiziell verlauten. Zuvor war bereits mit einer Erhöhung auf bis zu 7,3 Cent pro Kilowattstunde gerechnet worden.

    Ein Grund für die Erhöhung der EEG-Umlage ist, wie bereits angedeutet, der zu kompensierende sinkende Börsenstrompreis, wie sich auch in der folgenden Darstellung der Relationen zeigt: Ein weiterer Grund besteht in Ausnahmen für energieintensive Betriebe, denen zugunsten ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit die Möglichkeit eingeräumt wird, die zu zahlende EEG-Umlage auf bis zu 0,05 Cent pro Kilowattstunde zu senken.

    Obwohl sich die steigende EEG-Umlage aufgrund der gleichzeitig sinkenden Bör­senstrompreise theoretisch nicht auf die Stromkosten auswirken sollte – vor allem nicht bei Stromtarifen mit einer Preisgarantie –, geht das IWR (Institut für Regenerative Energiewirtschaft) davon aus, dass die EEG-Umlage als „nicht beeinflussbarer Betrag“ an den Verbraucher weitergereicht wird. Grund hierfür sind Vollversorgungsverträge der Energieversorger, in deren Rahmen Strom zu konstanten Preisen eingekauft wird. Das ist risikolos, führt aber dazu, dass Endkunden nicht von sinkenden Preisen an der Strombörse profitieren.

    Auch die Netzentgelte steigen

    Neben der EEG-Umlage steigen die Netzentgelte, die mit ca. 22,7 Prozent zum Strompreis beitragen. Der Netzbetreiber 50Hertz Transmission hat angekündigt, seine Netzentgelte um 45 Prozent zu erhöhen. Tennet plant sogar eine Erhöhung um 80 Prozent. Auch die anderen beiden deutschen Netzbetreiber – Amprion und TransnetBW – werden voraussichtlich ihre Entgelte erhöhen müssen, wenn auch in geringerem Umfang.
    Grund seien vor allem netzstabilisierende Notmaßnahmen, die jährlich in Milliardenhöhe zu Buche schlagen. Der häufig diskutierte Netzausbau hingegen hat tatsächlich nur einen geringen Anteil an den Kosten, nämlich etwa 5 Prozent.

    Der Anstieg der EEG-Umlage wird häufig als Argument in der Diskussion um die Kosten der Energiewende herangezogen. Das ist naheliegend, da sie explizit ausgewiesen wird. Allerdings muss die EEG-Umlage verglichen werden mit den tatsächlichen Kosten der konventionellen Energieerzeugung, inklusive staatlicher Förderungen und Folgekosten. Das FÖS (Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft) errechnete in einer kürzlich veröffentlichten Studie für 2017 eine hypothetische Konventionelle-Energien-Umlage von 9,4 bis 10,8 Cent pro Kilowattstunde – das heißt: 37 bis 57 Prozent höher als die EEG-Umlage.

    Die nach wie vor großen Kapazitäten an konventionellem Strom im öffentlichen Netz sind nach dem politisch geförderten und angesichts des Klimawandels zweifelsohne unumgänglichen Zubaus regenerativer Stromerzeuger nicht mehr zeitgemäß und sollte verringert werden, um in Zukunft kostspielige Netzstabilisierungen zu verhindern. Da die Alternative – der Netzausbau, vor allem in Form neuer Trassen, die Windstrom von Nord nach Süd transportieren – bisweilen auf vehementen Widerstand stößt, scheint eine dezentrale Energieversorgung der richtige Weg.

    Die Lösung: Mehr Unabhängigkeit

    Eine sinnvolle und vor allem zeitnah umzusetzende Möglichkeit, sich als einzelner Haushalt unabhängiger vom öffentlichen Netz und von schwankenden Strompreisen zu machen, besteht in der Erzeugung eigenen Stroms mittels einer bedarfsgerecht dimensionierten Photovoltaik-Kleinanlage. Je weiter der Preis für Strom aus dem öffentlichen Netz steigt, desto lohnenswerter wird es, Strom selbst zu produzieren und vor Ort zu verbrauchen.

    Eine Photovoltaikanlage, die auf den Eigenverbrauch ausgelegt ist, fällt kleiner aus als frühere Volleinspeisungsanlagen und ist dementsprechend günstiger. Durch die einfache Planung im Onlineportal und eine zügige Realisierung können Hausbesitzer eine solche Anlage bereits innerhalb weniger Wochen ihr Eigen nennen und allen Strompreissteigungen der nächsten Jahre gelassen entgegenblicken.

    Das Onlineportal von Greenergetic ist auf eine intuitive Benutzerführung und eine schnelle, unkomplizierte Planung der eigenen Solaranlage ausgelegt. Stromkunden, die mit dem Gedanken spielen, sich mittels einer solchen Anlage unabhängig zu machen, benötigen nur 5 Minuten, um Kosten und Einsparpotenziale zu berechnen. Die abgeschlossene Kundenplanung wird sowohl von einem Experten als auch – falls seitens des Kunden nach Durchsicht des Erstangebots Interesse besteht – von einem regionalen Handwerkspartner vor Ort geprüft und gegebenenfalls optimiert. Durch die webbasierte, transparente Planung wird Photovoltaik zugänglich und massentauglich.

    Der Energiemarkt der Zukunft

    In der Digitalisierung und der dezentralen, umweltschonenden Stromerzeugung liegt die Zukunft des Energiemarktes. Energieversorger, die weiterhin lediglich als Ressourcenlieferant fungieren und mit neuen Technologien und Innovationen konkurrieren, statt sie selbst zu vermarkten, werden auf lange Sicht wenig erfolgreich sein. Durch die Implementierung des White-Label-Portals von Greenergetic hingegen haben sie den Vorteil, innerhalb kürzester Zeit und ohne eigenen personellen Aufwand ein neues Geschäftsfeld zu erschließen. Der Energieversorger etabliert sich als kompetenter lokaler Ansprechpartner in allen Energiefragen.

    Doch nicht nur der Energieversorger selbst profitiert von seiner Weiterentwicklung. Für den Stromkunden ergibt sich daraus gerade bei komplexen Energielösungen der Vorteil, alles aus einer Hand zu erhalten. So wird sichergestellt, dass die Lösung als Gesamtsystem optimal funktioniert, ohne dass der Kunde Rechercheaufwand betreiben muss, z. B. hinsichtlich der Kompatibilität von Geräten. Die Komplexität des Marktes wird fokussiert auf den bekannten und vertrauenswürdigen lokalen Energieversorger in der neuen Rolle des Energiedienstleisters.

    Basierend auf der eigenen Solaranlage kann sich jeder Verbraucher mit Hilfe seines Energiedienstleisters unkompliziert ein energieeffizientes Gesamtsystem schaffen, und das mit wenigen Klicks in einem umfassenden EDL-Onlineportal. So ist die Solaranlage schnell durch einen Batteriespeicher erweitert, der die zeitliche Flexibilität beim Verbrauch des Solarstroms erhöht.

    Zusätzlich kann eine Wärmepumpe, betrieben mit kostenlosem Solarstrom, die ebenfalls kostenlose Umgebungswärme aus Luft, Wasser und Erde gesammelt als Heizwärme ans Haus abgeben. Um die Energieeffizienz noch weiter zu erhöhen, sind in einem nächsten Schritt Ladeboxen für Elektrofahrzeuge oder miteinander vernetzte Smart-Home-Geräte eine sinnvolle und zukunftsorientierte Investition, um den selbsterzeugten Strom mit einem Höchstmaß an Effizienz zu nutzen.

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass im Energiemarkt der Zukunft weniger Ressourcen verkauft und mehr individuelle Energielösungen konzipiert werden. Diese Entwicklung stellt für alle Beteiligten eine große Chance dar und legt den Grundstein zum Erreichen der ambitionierten klimapolitischen Ziele. Nur mithilfe intelligenter und energieeffizienter Gesamtsysteme wird es möglich sein, Energieversorgung und Energieverbrauch zu optimieren und auf lange Sicht die vollständige Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu erlangen.

    Siehe auch:
    Chancen als Energiedienstleister
    EE-Projekte: Hohe Akzeptanz und Investitionsbereitschaft

    Autor: Patrick Wunsch