Greenergetic – das Magazin

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  • Rekordinteresse an Batteriespeichern

    Übersicht

    Mit Batteriespeichern kann Solarstrom rund um die Uhr genutzt werden. Über diese Investition denken aktuell viele Anlagenbesitzer nach.

    Die Deutsche Auftragsagentur GmbH wertet jeden Monat etwa 1000 bis 2000 Anfragen im Internet aus, die mit Photovoltaik in Verbindung stehen. Diesen Analysen zufolge hat bereits 2015 das Interesse an Batteriespeichern stark zugenommen.

    Im März des letzten Jahres zeichnete sich die positive Entwicklung ab; im November schließlich stieg der sogenannte SolarContact-Index für Batteriespeicher auf den damaligen Rekordwert von 124 Punkten an, wobei 100 ein durchschnittliches Interesse bedeutet. Dabei entkoppelte sich das Interesse an Batteriespeichern und Photovoltaikanlagen im Vergleich zum Vorjahr deutlich, was darauf hindeutete, dass viele Besitzer einer bestehenden Anlage planten, einen Speicher nachzurüsten.Im Januar 2016 stieg das Speicherinteresse schließlich auf 140 Punkte (Photovoltaikanlagen: 130).

    Die Vorteile der Speicherung liegen vor allem in einem höheren Autarkiegrad und, damit einhergehend, einem höheren Einsparpotenzial durch den Eigenverbrauch von Solarstrom. Dieser lässt sich mittels eines Speichers um etwa 30 % erhöhen. Der offensichtliche Nachteil der Photovoltaik – die Abhängigkeit von verbrauchssynchroner Sonneneinstrahlung – kann durch das Speichern überschüssigen Solarstroms weitgehend umgangen werden.

    Auch für das öffentliche Netz hat eine höhere Verbreitung der Geräte Vorteile. Durch die Zunahme von fluktuierend produktiven Energieerzeugern im Stromnetz kann es immer häufiger zu einem Ungleichgewicht zwischen Stromkapazität und -verbrauch kommen. Das führt zu Netzbelastungen. Batteriespeicher können einen Teil zur Netzstabilisierung beitragen. Durch die geringere Nutzung des öffentlichen Netzes zur Einspeisung und Versorgungskompensation in sonnenarmen Stunden kann der Netzausbau deutlich reduziert werden.

    Die Verbreitung der Geräte wird aus diesem Grunde staatlich gefördert: Seit dem 1. März 2016 besteht die Möglichkeit, ein überarbeitetes Speicherförderprogramm zu nutzen. Dieses besteht in einem Tilgungszuschuss zu einem entsprechenden KfW-Kredit, durch den sich mehrere tausend Euro sparen lassen. Hier lohnt es sich allerdings, schnell zu handeln: Der Tilgungszuschuss von anfangs 25 % wird halbjährlich um 3 % gesenkt – wie erstmals am 1. Juli 2016 geschehen –, bis er im zweiten Halbjahr 2018 auf den Tiefstwert von 10 % fällt. Detaillierte Informationen dazu sind auf der Website der KfW zu finden. Allerdings erfreute sich die Speicherförderung in diesem Jahr so reger Inanspruchnahme, dass erst Anfang 2017 wieder Anträge möglich sind.

    Trotz der staatlichen Förderung bleibt der entscheidende Faktor für die Wirtschaftlichkeit eines Batteriespeichers die Abstimmung auf die Photovoltaikanlage. Eine Anlage mitsamt Speicher lässt sich dabei ebenso einfach planen wie ein passender Speicher zum Nachrüsten. Im benutzerfreundlichen Onlineportal findet jeder Solarstromproduzent schnell und unkompliziert die optimale Lösung. Durch diese webbasierte Konfiguration lässt sich dem wachsenden Interesse auch auf individueller Basis ohne Weiteres nachkommen.

    Autor: Patrick Wunsch