Greenergetic – das Magazin

News, Kommentare und Analysen aus der Welt der erneuerbaren Energien

  • Energiewende: Strom & Wärme

    Übersicht

    Wird von der Energiewende gesprochen, ist damit gegenwärtig meist die umfassende Nutzung erneuerbarer Energien zur Stromerzeugung gemeint …

    … auch dezentral im eigenen Haus. Einen deutlich größeren Anteil an den Energiekosten eines durchschnittlichen Haushalts hat allerdings die Wärmeerzeugung.

    Die Energiewende ist alternativlos, denn auf lange Sicht lässt sich unser stetig wachsender Energiebedarf nur mit Hilfe regenerativer Energien und möglichst effizienter Geräte decken. Dabei liegt der Fokus der öffentlichen Diskussion auf der Frage, wie wir künftig unseren Strom produzieren sollten. Vergessen wird dabei allzu oft die Tatsache, dass in einem durchschnittlichen Haushalt tatsächlich die Wärmeerzeugung den größten Teil der aufgewendeten Energie in Anspruch nimmt, nämlich 54 %.

    Nichtsdestotrotz sind es fossile Brennstoffe, die im Bereich der Wärmeerzeugung dominieren. Zudem sind zwei Drittel der deutschen Heizungssysteme veraltet. Sie sind schlecht isoliert und permanent auf zu hohe Heizleistungen ausgelegt, was zu großen Energieverlusten führt. Dementsprechend liegt der Schlüssel zur Energiewende in einer erfolgreichen Wärmewende. Durch eine Kombination verschiedener Technologien lässt sich bei einer Modernisierung des Heizungssystems viel Energie und Geld sparen.

    Eine Möglichkeit der Modernisierung besteht in der Installation einer Gasbrennwerttherme anstelle der alten Heizung. Die kompakten Geräte sind einfach zu installieren, zu warten und zu reinigen und nutzen die eingesetzte Energie hocheffizient, indem sie auch die Abwärme noch einmal absorbieren und als Heizenergie ins Haus leiten. Bis zu 30 % der Heizkosten können so eingespart werden.

    Auch mit einer Wärmepumpe lässt sich viel Geld sparen: Unter Nutzung der Umgebungswärme wandelt diese einen Teil Strom in bis zu fünf Teile Wärmeenergie um; die Kombination mit einer eigenen Solaranlage bietet sich zur Steigerung des Eigenverbrauchs an. Das Prinzip, das wie bei Kühlschränken auf dem Joule-Thomsen-Effekt basiert, funktioniert auch noch bei −25 °C.

    In beiden Fällen kann mit einer Förderung der BAFA schon bei der Investition viel Geld gespart werden. Detaillierte Informationen dazu sind unter folgenden Links zu finden:

    Anreizprogramm Energieeffizienz für Heizungssysteme
    Wärmepumpenförderung

    Die Modernisierung der Heizungsanlage ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch finanziell. Mit einer modernen, dynamischen Heizung werden nicht nur natürliche Ressourcen gespart, sondern auch Geld. Nur mit einer flächendeckenden Modernisierung alter Heizungssysteme lassen sich die ehrgeizigen Klimaziele in Deutschland realisieren.

    Quellen: AGEB, BDEF

    Autor: Patrick Wunsch